Moment Mal - hier Eindrücke der letzten Veranstaltungen.

Traute Zahn und Edda Elster - Moment mal - 7. Juni 2021 - an der Waage

Nach einer ruhigen Harfenmusik stellt Traute Zahn den bekannten Platz vor.. Sie sagt, dass es zwar nicht der älteste Platz in der Entwicklung von Leer ist, aber sie weist darauf hin, dass es mit Sicherheit einer der schönsten und bekanntesten Plätze von Leer sei.

Die Geschichte der „Waage“ beginnt mit der Verleihung der Marktrechte 1508 durch Graf Edzard. Alljährlich bei der Eröffnung des Gallimarktes wird daran erinnert:
"All, wat över 3 Pfund wegt, is na de Waag to brengen", verkündet dann der Stadtausrufer.

Zu einem Markt gehörten auch Waagen. Die ev.-reformierte Kirchengemeinde in Leer sicherte sich damals das sogenannte „Wiegerecht“. Das Wiegen der Waren kostete damals eine Gebühr. Die Gebühren waren eine sichere Einnahmequelle für die Kirchengemeinde.

Das Vorgängergebäude war aus Holz gebaut. 1714 wurde dann der Grundstein gelegt für dieses Gebäude aus Ziegelsteinen: ein prächtiges Gebäude errichtet im Stil des sogenannten Niederländischen Barock. Am kleinen Glockenturm mit einer sogenannten "Laterne" und barocker Haube mit Wetterhahn kann man heute noch eine "Einzeigeruhr" mit ihren Zifferblättern entdecken. Über dem großen Tor zum alten Wiegeraum ist auch heute noch die Abbildung einer Waage mit zwei Waagschalen zu sehen. Die Waage war noch bis 1947 in Gebrauch.

Eine Waage ist ein Gerät zur Bestimmung (des Gewichtes) einer Masse. Zu allen Zeiten wurden Waren gewogen. Traute Zahn zeigte ein spezielle Waage, und zwar eine ältere, kleine Goldwaage, die wohl auf Reisen mitgenommen werden konnte. Die Waage ist geeicht, dh. sie ist behördlich geprüft, bescheinigt durch SiegelMarke. Damit ist gewährleistet, dass die Waage stimmt, dass sie genau wiegt.

Eine Waage muss stimmen. Davon berichtet auch schon die Bibel z.B. in 3. Buch Mose, Kap. 19.  Dort heißt es in den Versen 35 und 36:
Ihr sollt nicht betrügen - weder bei Gericht noch beim Messen, Wiegen und Abmessen. Stattdessen soll eure Waage stimmen. Verwendet die richtigen Gewichtssteine! Auch eure Gefäße sollen die richtige Größe haben: Nehmt die richtige Größe, um Getreide abzumessen. Nehmt das richtige Gefäß, um Öl abzumessen.

Es geht darum, das rechte Maß anzuwenden, das ist auch im Alltag wichtig, in meinem Verhalten und in meinen Urteilen.

Nach nochmaliger schöner Harfenmusik gingen die etwa 20 Zuhörerinnen und Zuhörer gut informiert und auch nachdenklich nach Hause.

Goldwaage für Reisen

Bericht: „Moment mal“ am 7. Juli vor dem Tatort Taraxacum

Am 7. Juli fanden sich etwa 20 Personen vor dem Tatort Taraxacum in der Rathausstraße ein. Dort fand zum dritten Mal in diesem Jahr „Moment mal“ statt, musikalisch begleitet vom Saxophon Ensemble Malte Albers und Simone Draht.

Adelheid Kramer informierte die Zuhörenden zunächst über die Geschichte des Hauses, das um 1830 erbaut wurde. 33 Jahre lang war dort die Familie Koppel mit ihrem Tuchhandel ansässig. Danach übernahm der Textilkaufmann Gieseke das Geschäft. 40 Jahre lang war dort der Eisenwarenhandel Saathoff ansässig. 1979 eröffnete Michael Wübbelsmann die literarische Buchhandlung „Taraxacum“ und seit 10 Jahren betreibt das Ehepaar Gerdes hier die kriminelle Buchhandlung „Tatort Taraxacum“.
Nach diesem Einblick in die wechselvolle Geschichte des Hauses erfuhren die Zuhörenden einiges über die Faszination von Kriminalgeschichten im Film und in der Bibel. Geschichten über Mord und Totschlag sind nicht erst heute beliebt. „Auch in der Bibel gibt es erschreckend viele Geschichten über Verbrechen. Die Bandbreite reicht vom kleinen Eigentumsdelikt über Menschenhandel und Vergewaltigung bis hin zum staatlich geplanten Massenmord. Die Liste der Tatmotive reicht von Gier über Eifersucht und Hass bis zum politischen Kalkül. Unter den Tätern finden sich Könige ebenso wie Straßenräuber. Zu den Opfern gehören schutzlose Frauen ebenso wie eifrige Propheten.“ Als Beispiel wurde die Geschichte vom ersten Gewaltverbrechen der Menschheit zitiert (1. Mose 4,3-16). Am Ende stellte Adelheid Kramer fest: In der Regel wird das Böse überführt – wie in der Bibel, so auch in jedem guten Krimi.

 

interessierte Zuhörer/innen

Veranstaltungsberichte

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