h-Moll-Messe

Am Sonntag, den 15. September ist um 17 Uhr in der Großen Kirche in Leer eines der größten Chorwerke der Musikgeschichte zu erleben. Der Schulchor des Ubbo-Emmius-Gymnasiums und die Kantorei Leer, das Barock-Orchester "Le Chardon" sowie die Solisten Bibi Heal, David van Laar, Nils Giebelhausen und Dirk Schmidt führen unter der Leitung von Christian Meyer die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach auf.

Die h-Moll-Messe nimmt im Gesamtwerk Johann Sebastian Bachs eine Sonderstellung ein, nicht nur wegen des Textes und ihrer abendfüllenden Länge, sondern vor allem wegen ihrer hohen Komplexität - Bach zeigt hier das ganze Spektrum seines kompositorischen Könnens.

In der h-moll-Messe zeigt sich in besonderem Maße Bachs Bestreben, den Text durch die Musik zu interpretieren und seine Aussage umzusetzen. Dabei spielt die Zahlensymbolik eine große Rolle. Die Zahl Drei als Symbol des Göttlichen und Zeichen der Dreifaltigkeit, die Zahl Vier als Symbol des Menschlichen und der irdischen Welt und die Sieben als ihre Summe und damit als Verbindung von Gott und Mensch sind von Bach in allen Ebenen der Musik eingeflochten: sei es in der Zahl der musizierenden Stimmen und Instrumente, im Aufbau einzelner Sätze oder in einer bestimmten Tonfolge. Nichts erscheint zufällig - Musik und Text greifen auf diese Weise ineinander und deuten sich gegenseitig.

Hinzu kommt die ungewöhnlich lange Entstehungszeit für den Vielkomponierer Bach, der seinen Werke meist in kurzer Zeit und für konkrete Anlässe schrieb. Die ersten Teile der Messe "Kyrie" und "Gloria" schrieb er zwar im Jahr 1733 während der mehrwöchigen Landestrauer nach dem Tod des sächsischen Königs August des Starken mit dem Ziel, vom Thronfolger zum Hofkomponisten ernannt zu werden. Gegen Ende seines Lebens stellte er aber die übrigen Sätze zusammen, ohne dass dafür ein bestimmter Anlass überliefert wäre. Zusammenfassend lässt die Anlage und die Entstehung vermuten, dass Bach die h-Moll-Messe vielmehr als eine Art musikalisches Vermächtnis hinterlassen wollte.

Der Musikschriftsteller Hans Georg Nägeli beschrieb die h-Moll-Messe einmal als "das größte musikalische Kunstwerk aller Zeiten". Dies liegt vor allem an der genialen Stringenz und der inneren Logik im Aufbau des gesamten Werkes, die bei näherer Betrachtung sichtbar werden. Aber auch nur beim Hören hinterlässt die Musik einen überwältigenden Eindruck.

Eintrittskarten für das Konzert sind im Vorverkauf bei der Bücherstube Plenter oder an der Abendkasse erhältlich:
22,00 € - nummerierte Plätze
20,00 € - unnummerierte Plätze
05,00 € - unnummerierte Plätze (Schüler, Personen mit Behindertenausweis)

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