Corona in Indien

„Kinderheim Nethanja Narsapur“ in Indien und die Corona-Krise

Der Verein „Kinderheim Nethanja“ führt in Andra Pradesh mehrere Kinderheime für Kinder aus ärmlichsten Verhältnissen, ebenso Schulen, Ausbildungswerkstätten, eine Bibelschule für künftige Pastoren und eine große medizinische und soziale Arbeit. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gemeindearbeit mit inzwischen mehreren hundert christlichen Gemeinden und Pastoren. Nethanja kenne ich seit vielen Jahren, u.a. durch Kurzeinsätze dort als Zahnärztin, später war ich meinem Mann Eberhard dort und erst Anfang März 2020 kam ich von der letzten Reise mit einem Koffer voller Erlebnisse und vielen Begegnungen zurück.

Mitte März traf Corona dann auch Indien und somit Nethanja mit voller Wucht. Ohnehin legt der indische Staat christlichen Organisationen massiv Steine in den Weg, doch nun wird Nethanja noch zusätzlich vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Hier einige Beispiele:

Die Krise trifft die Ärmsten der Armen am Härtesten und wird zum Überlebenskampf. Durch die Ausgangssperre können sie nicht einmal mehr als Tagelöhner arbeiten und verdienen somit kein Geld und können sich nichts zu essen kaufen. Nun versucht Nethanja, mit Lebensmittelpaketen so vielen Familien wie möglich in den Slums und Dörfern zu helfen und hat bereits Tausende Hilfspakete verteilt.

Staatliche Pflicht ist es, dass Nethanja die Gehälter von Lehrern und Betreuern weiter bezahlt. Um zu helfen, verzichten diese aber freiwillig auf die Hälfte ihres Gehaltes und spenden es. Auch die Pastoren von Nethanja verzichten z.T. auf Gehalt, um zu helfen und teilen, was sie haben.

Der indische Staat verlangte, dass alle Kinderheimkinder, die auch nur irgendwelche entfernten Verwandten haben, dorthin in die Slums und Dörfer zurückgeschickt werden. Da diese Verwandten aber selbst ums Überleben kämpfen und nicht unbedingt noch neue Familienmitglieder wollen, besucht Nethanja diese Kinder regelmäßig und schaut, ob es ihnen gut geht und hilft auch dort mit Reis, Öl, Linsen, …

Einerseits möchte der indische Staat christliche Organisationen wie z.B. Nethanja und Christen nicht, andererseits jetzt wohl aber die Hilfe. So müssen z.B. das kleine Missionskrankenhaus und der Bildungscampus 90 Betten plus Personal für evtl. Corona-Patienten bereit halten. Dies ist äußerst schwierig.

Vieles gäbe es noch zu berichten, aber festzuhalten bleibt, dass die Situation der Christen an sich in Indien schon äußerst schwierig ist und diese drangsaliert werden. Durch die Corona-Krise hat sich alles nochmals extrem zugespitzt und dennoch hilft Nethanja wo es geht mit Hilfspaketen, kleinen finanziellen Zuwendungen, aber auch Ermutigung und Trost im Glauben und Zuspruch in der Not.

Wer helfen möchte, kann dies gerne mit Gebet tun, aber auch schon mit 15 € kann einer indischen Familie ein Lebensmittelpaket für einen ganzen Monat gepackt werden.

Weitere Infos: www.nethanja-indien.de
Nethanja, „Corona-Hilfe“
Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg
IBAN DE04 6039 1310 0673 0360 06
BIC GENODES1VBH

Hilfspakete mit Lebensmitteln werden zur Verteilung vorbereitet.

Warten auf Hilfe in Corona-Zeiten

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